Ziele unserer Arbeit
Wir bieten den Kindern vielfältige Erfahrungsmöglichkeiten mit ihrer
Umwelt.
Wir geben den Kindern Zeit und Raum, durch eigene Aktivitäten zu lernen.
Im Tagesablauf ist Platz für Freispiel, Angebote und Projekte mit den
Erzieherinnen.
Unsere konzeptionelle Zielsetzung beinhaltet das, was wir den Kindern während
ihrer Entwicklung vermitteln möchten. Der Kindergarten kann nur auf das
aufbauen und das unterstützen, was in der Familie geleistet wurde. Im
Kindergarten kann dies dann vertieft und erweitert werden. Teilweise werden die
formulierten Fähigkeiten erst im Alter oder nur teilweise erreicht (es gibt zum
Glück keinen perfekten Menschen!)
Wir halten es für wichtig, bereits von Anfang an die Gesamtentwicklung der
Persönlichkeit im Auge zu haben. Anhand von untergeordneten Feinzielen, lässt
sich dann auf die Verwirklichung der übergeordneten Ziele hinarbeiten.
Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben und unserem pädagogischen Verständnis,
gibt es ein übergeordnetes Ziel:
Die Erziehung zur Selbständigkeit
Um selbständig zu werden, bedarf es eine Reihe von Fähigkeiten, die erlernt
werden müssen, damit das Kind wirklich lernt, auf eigenen Füßen zu stehen:
- Kommunikationsfähigkeit
Um sich anderen mitteilen und sich austauschen zu können, wird Sprache
immer wichtiger. Die Sprachentwicklung hat entscheidenden Einfluss auf
kognitive Fähigkeiten und dadurch auf die Intelligenzentwicklung. Im
Kindergarten, Schule, Familie, ... muss das Kind lernen, Gehörtes zu
erfassen, zu begreifen, umzusetzen und darauf zu reagieren. Phantasie,
Wissen und vor allem der Wortschatz werden durch Geschichten, Bilderbücher,
Wort-, Sing- und Fingerspielen gefördert. Durch Sprache kann das Kind
Erlebtes ausdrücken und dadurch, im Gespräch mit anderen, verarbeiten.
Sprache ermöglicht aktive Teilnahme und Dialog. Bedürfnisse können durch
sie anderen gegenüber ausdrückt werden.
- Bedürfnisrepräsentation
Das Kind beginnt eigene Gefühle wahrzunehmen und dementsprechend zu
handeln. Es muss Körperbewusstsein entwickeln um eigene Emotionen
wahrnehmen und zulassen zu können. Dadurch wird die Entwicklung des
Selbstbewusstseins gefördert. Es merkt, was es will und teilt dies der
Umwelt mit. Es lernt, die eigenen Meinung zu vertreten und Selbstvertrauen
zu entwickeln.
- Empathie
Die Kinder sollen ein Gefühl für ihre Umwelt und ihre Mitmenschen
entwickeln. Durch Wahrnehmen der Gefühle des Gegenübers werden Mitgefühl
und Verständnis entwickelt. Das Kind lernt, sich in andere
hineinzuversetzen und Gefühle zu projizieren ("wie würde es mir an
seiner Stelle gehen?"). Durch Kennenlernen und Akzeptieren der eigenen
Gefühle und der anderer, werden Toleranz und Einfühlungsvermögen gefördert.
Das Kind soll lernen, andere auch ohne Worte zu verstehen und verschiedene
Lebensformen und -bedingungen zu akzeptieren.
- Frustrationstoleranz
Dies beinhaltet eigene Bedürfnisse zurückzustellen, Kompromisse
zu schließen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen. Aber auch,
bei Misserfolgen sich nicht entmutigen zu lassen. Durch Wahrnehmen der
eigenen Gefühle und Zulassen von Frust und Aggression, können diese besser
bewältigt werden.
- Ambiguitätstoleranz
Bedeutet das Akzeptieren unterschiedlicher Meinungen zu ein und dem
selben Thema. Dies kann nur in Auseinandersetzung mit anderen und durch
Kennenlernen verschiedener Standpunkte geschehen. Ein demokratisches
Zusammenleben, in dem jedes Mitglied der Gesellschaft ernstgenommen wird,
ist Grundlage für das Erlernen solcher Fähigkeiten. Durch Umgang mit
andersdenkenden und -glaubenden Menschen aus anderen Kulturkreisen und
Menschen mit "Handikaps", bekommt das Kind ein Bild von der
Vielfalt menschlichen Zusammenlebens und lernt diese kennen und akzeptieren.
- Normenübernahme
Das Kind lernt Regeln als Grundlage gemeinschaftlichen Lebens
kennen und bekommt die Notwendigkeit dieser Regeln vermittelt. Es lernt
Spiel-, Verkehrs-, Anstandsregeln... kennen und einzuhalten. Es lernt den
Tagesablauf kennen und bekommt dadurch Verhaltenssicherheit.
- Normenflexibilität
Das Kind „bricht“ aufgestellte Regeln und Gebote um so ein
Verständnis für notwendige und unnötige Ge- und Verbote zu bekommen. Es
gilt Spiel-, Verkehrs- und Anstandsregeln kennen zulernen und einzuhalten.
Sicherheit und Verlässlichkeit erleben die Kinder in einem geregelten
Tagesablauf.
- Kompetenzen
Das Kind erlernt Fähigkeiten im kognitiven (geistigen)Bereich (z.
B. Merkfähigkeit, Sprachentwicklung, Benennen von Dingen/Farben.....) ,
sozialen Bereich (z.B. Umgang mit anderen, Streiten lernen, anderen
Helfen...), emotionalen Bereich (alles was mit Gefühlen zusammenhängt),
motorischen Bereich (Bewegungsabläufe - man unterscheidet Grob- und
Feinmotorik) und kreativen Bereich (z.B. musische Fähigkeiten, Basteln und
Werken, Rollenspiele...)
In diesen Bereich fallen alle Fähigkeiten, die wichtig für die derzeitige
und zukünftige Lebenssituation sind. Das Kind lernt sie durch Anschauung,
Selbstaktivität, Wiederholung, Lernen in Teilschritten und durch ein hohes Maß
an Eigenmotivation, die sich durch Orientierung an der Situation des Kindes
ergibt.
Einige exemplarische Beispiele:
Schneiden, Anziehen, Gleichgewicht halten, Takt, Singen, Kleben, Rennen, anderen
helfen, Streiten, sich versöhnen...........
Uns wurde klar, dass diese Fähigkeiten vor allem im Umgang mit
anderen, in Konflikten, durch Abgucken, durch Ausprobieren, durch Selbsttätigkeit....
gelernt werden. Freie Aktivität, und dadurch das sog. "Freispiel",
bekommt eine zentrale Bedeutung, da hier in selbstgewählten Konstellationen
solche Fähigkeiten entwickelt werden.
Durch Impulse und Hilfestellungen von unserer Seite werden wenn notwendig die
Lernprozesse positiv beeinflusst.