Die Waldkapelle


Die Waldkapelle Weil die zu Ehren Maria Himmelfahrt erbaute Dorfkirche einst beliebtes Ziel von Wallfahrern war, entschloss man sich im Jahre 1719, in der romantischen Umgebung Eybachs eine weitere kirchliche Stätte zu errichten. Es entstand eine einfache Kapelle aus Holz, die der Witterung jedoch nicht lange standhielt. Nachdem das Holz vermodert war, fasste die katholische Kirchengemeinde mitten im ersten Weltkrieg den Beschluss, eine neue, gemauerte zu bauen. Der damalige Ortsgeistliche, Pfarrer Biser, trieb die Angelegenheit zügig voran. Am 7. Juni 1916 wurde der Grundstein gelegt. Vor allem die Frauen arbeiteten, weil die meisten Männer im Krieg waren. Da man keine Maschinen hatte, wurden die Steine von Hand zu Hand auf die Höhe geschafft. Bereits eineinhalb Monate später konnte Richtfest gefeiert und am 24. August 1916 das Dach gedeckt werden.

Die Einweihung, bei der Garnisonsvikar Dangelmaier aus Ulm die Festpredigt hielt, fand allerdings erst am 3. August 1919 statt. Man hatte ihn zu dieser Feier geholt, weil über dem Eingang eine Statue der heiligen Barbara - Schutzpatronin der Artillerie - thront. Dort befindet sich auch die Inschrift "Gott schütze uns vor Kriegsnot". Als 1945 in den letzten Kriegsjahren, eine bei Gingen stehende feindliche Artillerie-Einheit das Dorf beschoss, ohne es zu treffen, hatten die Bewohner den Eindruck, dass die heilige Barbara schützend ihre Hand über Eybach gehalten hatte.

Das Glöcklein der Kapelle war im zweiten Weltkrieg abgeholt worden und sollte der totalen Kriegsführung zum Opfer fallen. Als im Dezember 1947 die Glocken überall wieder zurückgegeben wurden, fehlte es. Am 2. Juni 1953 konnte dann ein neues, in Stuttgart gegossenes Glöcklein übergeben werden. Die Inschrift der 46 Kilo schweren Glocke lautet: "Maria, Siegerin in den Schlachten, bitt für uns."

Da das Dach undicht und der Altar von Sachverständigen als stilwidrig bezeichnet wurde, kam es 1960 zu einer Renovierung. Besonders hervorzuheben sind nun drei von Professor Bürkle (Salzburg) geschaffene Gemälde. Die Wiedereinweihung der Kapelle, fand am 16. Juli 1960 statt und gestaltete sich zu einer erhebenden Feier.

Von 1991 bis 1993 fand eine erneute Renovierung statt.

 

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