Das Schloss |
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... erbaut 1766-1775
In der zweiten Hälfte des18. Jahrhunderts schien wohl das Schloss von 1540 nicht mehr der in der Zwischenzeit erlangten Würde und Bedeutung des Degenfeldschen Geschlechtes zu entsprechen, und so entschloss es sich unter Graf August Christoph zu einem Neubau im Stile der Zeit an derselben Stelle. Die beiden Renaissance-Bauten und die Mauer auf der Südseite mussten dem Neubau weichen. Der mit der Planung beauftragte Württembergische Landesoberbauinspektor Johann Adam Groß entwickelte eine Zweiflügelanlage im Übergangsstil vom Rokoko zum Klassizismus. Das 36 Meter lange Hauptgebäude entstand von 1766 bis 1770. Am Bau waren ständig 30 bis 40 Maurer, viele aus Tirol, beschäftigt.
Der etwas einfachere 30 m lange Ostflügel folgte in den Jahren 1772 bis 1775. In seiner Gesamtheit zählt das Eybacher Schloss zu den bedeutendsten in Württemberg.
Der Schlosshof ist langgestreckt und schmal, rechts neben dem wappengeschmückten Tor stehen noch zwei kleine Torhäuser aus der Zeit der ersten Schlossanlage.
Gegenüber begrenzen Nebengebäude den Hof und links erhebt sich der imposante Hauptbau. Das mächtige Ökonomie-Gebäude aus dem 16. Jahrhundert schließt den Hof auf der Gegenseite ab.
Die gebäudetypische, imposante Gartenseite ist die eigentliche Schauseite des Schlosses. Hier wird die zweigeschossige Fassade geprägt durch eine konsequente architektonische Gliederung mit abgefassten Bändern und Ecklisenen aus Braunjuraquadern. Vom Park her bestimmt ein dreigeschossiges Mittelrisalit (in der ganzen Höhe vorspringender Teil eines Gebäudes zur Gliederung der Fassade) den Baukörper. Den ganzen Giebel ziert das prächtige Wappen der Grafen von Degenfeld.
Im Obergeschoss überrascht der weiße Saal mit einem bemerkenswert schönen Parkettboden, Decke und Wände zieren allegorische Darstellungen, geschaffen vom Stuttgarter Hofstuckateur Christian Saur, von welchem auch Werke in Monrepos und auch auf der Solitude erhalten sind. Eine beeindruckende Atmosphäre erhält dieser Raum, wenn Sonnenlicht das Grün der Parkbäume im Weiß des Saales widerscheinen lässt.
Der Schlosspark mit seinen mächtigen Bäumen wird von einer hohen Mauer
umgeben. Bis zum Jahre1976 stand in der Südostecke ein zweigeschossiges Gebäude
mit Mansardedach, das sogenannte "Schlössle". Es wurde Opfer des Straßenbaues.
Mit der Ausgestaltung des Schlosses wurden viele namhafte Künstler beauftragt. So z.B. der Stuttgarter Maler und Galerie- Direktor Nicolas Guibal und sein Nachfolger, der Maler und Professor an der Hohen Karlsschule, Adolf Friedrich Harper. Prof. Friedrich Harper schuf allein 32 Gemälde. Die zahlreichen Porträts von Familienan- gehörigen und fürstlichen Persönlichkeiten stammen u. a. von Philip Friedrich von Hetsch, Franz Seraph Stirnbrand, Stuttgart, und Johann Georg Ziesenis aus Kopenhagen.
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